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Chronik
Die Feuerwehr Hohenbrunn
hat Ehrenkommandant Arno Schmidt als eine der bedeutsamsten Bürgerinitiativen
in der Gemeinde genannt, die heute mit modernstem, technischen Gerät
ausgerüstet ist, um allen Anforderungen, die an eine Feuerwehr
gestellt werden, gerecht zu werden. Zwar ist die Feuerwehr laut
den Anmeldeprotokollen gerade einmal 116 Jahre alt, jedoch gehen
die geschichtlichen Befunde mindestens in das Jahr 1861 zurück.
Frühe Brandschutzgeschichte
Natürlich gab es auch schon davor Einrichtungen, um dem Roten Hahn auf dem
Dach Herr zu werden, doch dabei handelte es sich noch nicht um eine
(Freiwillige) Feuerwehr im klassischen Sinne. So wird in einer gemeindlichen
Inventarbeschreibung eine Feuerspritze aufgeführt. Das ganze
Hohenbrunner Dorf war aufgerufen zu helfen, wenn es brannte. Eine
Handspritze mit Lederschlauch stammte aus dem Jahr 1824, war dreißig
Gulden wert und befand sich im Hohenbrunner Pfarrhof. Es dürfte
ganz schön zugegangen sein, wenn die Feuerglocke geläutet
worden ist. Zahlreiche Hände wurden gebraucht, um diese Spritze
zu betätigen. Über Schlauchleitungen wurde Wasser aus
den Dorflacken gepumpt. Oder das Wasser musste mit Kübeln in
die Spritze eingefüllt werden. Das war sehr mühsam und
vermutlich auch nicht sonderlich effektiv, da schnell das vorhandene
Wasser aufgebracht war und die Löschleistung vermutlich eher
marginal ausgefallen sein dürfte.
Der Hohenbrunner Ortsvorsteher Franz Fritzmaier hat 1856 ein Feuerwehrhaus auf dem Plangrundstück
Nr. 18 erbauen lassen, direkt gegenüber der Pfarrkirche Sankt
Stephanus. Dort hatte es 82 Jahre lang seinen Standort, bis dann
die neue Bleibe 1938 neben dem Gasthof „Alter Wirt“
eingeweiht werden konnte. Dieses Feuerwehrgerätehaus steht
noch heute. Sehr gut beschrieben wird die Feuerspritze aus dem Jahr
1853, da bei einer Inspektion während der Quartalsübung
im Jahr 1883 erheblicher Mangel festgestellt worden ist: „Die
vorhandene alte Druckspritze vom Jahre 1853 – angeblich von
Kirchmeier – ist ein schwerfälliges Requisit, das zur
Bedienung vierzig Mann erfordert und zwar die Ablösung nicht
mitgerechnet. Diese Spritze ist auch auswärts schwer zu transportieren.
Hinzu kommt noch, dass im Brandfalle das Wasser zur Spritze gefahren
werden muss, weshalb hier im Fall der Not die Leute zur Bedienung
der Spritze mangeln, und Abhilfe durch Beschaffung einer entsprechenden
Löschmaschine sehr zu empfehlen ist. Das Feuerhaus wird von
dieser Spritze vollständig ausgefüllt.“ Quartalsübungen
können übrigens ein deutliches Zeichen dafür sein,
dass zeitweise wieder eine Pflichtfeuerwehr vorhanden gewesen ist.
Begriffsbestimmung: Feuerwehr
Das heutige Feuerlöschwesen
fußt auf der Entwicklung der Gemeindeselbstverwaltung und
natürlich der Brandbekämpfung. Um 1845 entwickelte sich
weitläufig der Gedanke, nicht auf die Allgemeinheit zurückzugreifen,
sondern einen besonders umgrenzten Personenkreis zu schaffen, der
mit Schnelligkeit, Planmäßigkeit und Energie dem Feuer
Einhalt gebieten sollte. Ursprünglich kam der Gedanke aus Frankreich,
militärisch organisiert die Brandbekämpfung zu gestalten.
Letztendlich lässt sich daraus die Feuerwehr entwickeln. Aus
historischer Sicht handelt es sich bei einer Feuerwehr um ein Ausrüstungs-,
Ausbildungs- und Führungssystem, das durch Zusammenwirken zum
sofortigen Einsatz und der Entstehungsbrandbekämpfung befähigt
ist. Diese Feuerwehr sollte durch eine geordnete, überall am
richtigen Ort angreifende, eingeübte Tätigkeit gekennzeichnet
sein.
Feuerwehr seit 1861
Es existiert in Hohenbrunn ein undatiertes Verzeichnis von Feuerwehrmitgliedern,
auf dem 34 männliche Aktive mitsamt ihrem Kommandanten Martin
Rothgeber verzeichnet sind. Angenommen wird als Ausfertigungsjahr
1861. Damals hatte Hohenbrunn gerade einmal 331 Bewohner. Dieses
Dokument wird in der Feuerwehr als erstes Zeugnis einer eigenständigen
Einheit am Ort angesehen. Durchaus darf allgemein angenommen werden,
dass zu dieser Zeit Anmeldungen an die zuständigen Behörden
und Verbände nicht immer weitergeleitet worden sind. Entweder
wurde keine Notwendigkeit gesehen oder es gab die Befürchtung,
zahlungspflichtig zu werden.
Feuerwehrordnung aus dem Jahre 1870
Überliefert ist eine
eigene Feuerwehrordnung, die in Hohenbrunn am 29. Dezember 1870
von den Feuerwehrleuten und dem hiesigen Pfarrer in acht Punkten
verfasst worden ist. Darin wurden die Kommandierenden und Spritzenführer
aufgelistet, dann folgten verschiedene Anmerkungen, wie etwa: „Punkt
V, Wassertragen und –fahren im Dorfe Hohenbrunn: Die Weibspersonen
bringen auch Schöpfer und Zuber mit.“ Mit der Feuerspritze
durften nur die Spritzenführer fahren. Die Mannschaft war je
nach ihrer Tätigkeit unterteilt, so gab es neben dem Kommandanten
und Spritzenführer die Spritzenmänner, Steiger, Hornisten
und Sanitäter.
Am 22. November 1876 soll die Beitrittserklärung der Feuerwehr
Hohenbrunn zum Bezirksverband München rechts der Isar erfolgt
sein, am 21. Mai 1893 die Anmeldung zum Bayerischen Landesfeuerwehrverband.
Bei dieser Gelegenheit meldeten Kommandant Georg Springer und Vorstand
Lorenz Schulz an den Landesverband eine Saug- und Druckspritze,
eine Druckspritze ohne Saugwerk, eine Aufstellleiter mit sieben
Stützstangen, 45 Meter Druckschläuche und sechs Feuereimer
aus Leder, die heute noch vorhanden sind. Der Wasserbedarf konnte
aus vier Dorflacken und rund fünfzehn Pumpbrunnen entnommen
werden. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Wehr aus 47 Männern.
Großfeuer vor einhundert Jahren
Die Provinznachrichten
im „Neuen Münchener Tagblatt“ in ihrer Ausgabe
vom 18./19. September 1906 berichten über ein Großschadenereignis
in Hohenbrunn: „J Hohenbrunn, 17. Sept. (Großfeuer.)
Am Sonntag früh halb 5 Uhr schreckten die Bewohner unseres
Ortes Feuerrufe aus dem Schlafe. Es stand die Scheune des Anwesens
der Gastwirthswittwe Veronika Tristl in hellen Flammen. Die Feuerwehr
von Hohenbrunn arbeitete mit Aufbietung aller Kräfte, vermochte
jedoch nicht zu verhindern, dass alsbald das ganze Anwesen vom Feuer
ergriffen war. In kurzer Zeit waren auch die Feuerwehren von Putzbrunn,
Grasbrunn, Höhenkirchen, Faistenhaar, Brunnthal und Siegertsbrunn
am Brandplatze eingetroffen, aber auch ihren vereinten Bemühungen
gelang es nicht, dem verheerenden Elemente Einhalt zu thun, sie
mussten sich darauf beschränken, die Nachbaranwesen zu schützen.
Durch ein brennendes Stroh wurde ein Vordach des benachbarten Schmiedmeisters
Eierstock in Brand gesteckt, konnte aber noch rechtzeitig gelöscht
werden. Frau Tristl, die erst im vergangenen Jahr Wittwe geworden
ist und vier Kinder hat, erleidet einen Schaden von ca. 25,000 Mark.
Es sind für zirka 8000 Mark Getreide und für 2000 Mark
Baumannsgeräthe mitverbrannt. Der Schaden ist nur zum geringsten
Theil durch Versicherung gedeckt. Brandstiftung ist als sichere
Ursache anzunehmen. Die kollosale Röthe, die sich vom Feuerherde
ausbreitete, war weithin sichtbar. Von dem Brandstifter fehlt jede
Spur. Das Feuer ist noch nicht ganz gelöscht. Die Bevölkerung
ist umsomehr beunruhigt, als am 5. September erst ebenfalls in Folge
Brandstiftung in dem Anwesen des benachbarten Oekonomen Münzinger
Feuer ausgebrochen war, das glücklicherweise gelöscht
werden konnte. Hoffentlich gelingt es den eifrigen Recherchen der
Gendarmerie, den ruchlosen Thäter baldigst zu ermitteln.“
Bis Kriegsende
In der Kriegschronik der
Hohenbrunner Feuerwehr werden vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918)
siebzig aktive Mitglieder genannt. Von diesen mussten 58 Männer
einrücken, vierzehn sind gefallen. Nach dem Ersten Weltkrieg
hatte Hohenbrunns Feuerwehr noch eine Mannschaft von 46 Floriansjünger.
1933 traten Bürgermeister Georg Springer und sein Stellvertreter
Georg Springer von ihren kommunalen Ämtern zurück. Lehrer
Leonhart Wagner wurde Gemeindevorsteher und zugleich auch Vorsitzender
der Feuerwehr.
Freiwilligen
Feuerwehr Hohenbrunn 1933:
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M.Haberl,
B.Kotter, L.Schulz, F.Grundler, L.Schulz, J.B.Meyer, J.Tristl,
L.Berger, St.Schulz, E.Steinegger, G.Springer, L.Tristl, L.Stelzl,
J.Schulz, J.Estendorfer, G.Braun, M.Estendorfer, J.Fritzmaier,
St.Maier, G.Fritzmaier, L.Schulz, G.Eierstock, J.Straßmair,
L.Erl, J.Fritzmaier, E.Steinegger, J.Dellinger, J.Schmuck,
A.Schrätzelmaier, J.Kreis, J.Bauer, L.Estendorfer, K.Andrä,
A.Estendorfer, X.Liebhardt, A.Mittermaier, F.Estendorfer,
J.Gampenrieder, M.Schulz, B.Schulz, P.Steinegger, F.Grundler,
G.Springer, K.Berger
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Ab 1937
gab es diese Aufgabe nicht mehr, da kein eigenes Vereinsleben in
den Feuerwehren erwünscht war. 1938 beschloss der Gemeinderat
die Anschaffung einer Motorspritze und die Errichtung eines neuen
Gerätehauses. Erst 1942 konnte die Motorspritze in Klais im
Werdenfelser Land abgeholt werden. Beschrieben wird dieses Einsatzgerät
als ein schweres, eisenbereiftes, einachsiges Fahrzeug, das an einen
Bulldog angehängt werden musste. Mit dieser neuen Spritze mussten
die Hohenbrunner nach Bombenangriffen in München etwa zehn
Mal Brände in der Metropole bekämpfen. Am 7. November
1944 kam dabei Ludwig Schulz ums Leben. In den letzten Kriegsjahren
war auch die Mannschaft in Hohenbrunn auf vier Löschgruppen
mit je sieben Mann zusammengeschrumpft.
Am
Kreisfeuerwehrtag 1942 unter Kommandant Martin Kapfer:

Mit dem Erwerb
eines Löschgruppenfahrzeugs LF 8 begann für die Hohenbrunner
Feuerwehr 1953 eine Art neues Zeitalter. Die Mannen hatten ihr erstes
Fahrzeug. Bis heute wird der "Opel Blitz" am Ort aufbewahrt,
zeigt er doch den Wandel der Einsatzfahrzeuge sehr deutlich.
Gruppe
1 und 2 aus 1955 und deren Gruppenführer:
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A.Gailer,
Joh.Kotter, P.Probst, D.Ortner, H.Wunder, H.Schulz, X.Liebhardt,
G.Braun, J.Sigl, M.Kapfer, L.Sigl, L.Estendorfer, J.Kreis, G.Fritzmaier,
G.Ziegelschmied, K.Schulz, Th.Estendorfer, G.Schulz, Alf.Schulz,
H.Grö:ber, Jos.Straßmair |
Moderne Feuerwehr
Im Zuge der Vergrößerung
des Gemeindegebiets, der Ansiedlung verschiedener Unternehmer und
Gewerbebetriebe, des Baus der Bundesautobahn BAB 99 und der Bedeutung
des Munitions(haupt)depots wurde auch das Tätigwerden der Feuerwehr
vielfältiger. Das Einsatzgebiet umfasst heute das Dorf Hohenbrunn,
die Luitpoldsiedlung, Riemerling (West und Ost, einschließlich
des Gewerbegebiets), die Siedlung am Grasbrunner Weg und das Industrie-
und Gewerbegebiet am ehemaligen Munitionsdepot. Ausgerüstet
ist die Wehr mit einem erweiterten Rüstzug, bestehend aus einem
Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25), einem Löschfahrzeug (LF
16/12 OS), einem Rüstwagen (RW 1) und einem Versorgungs-LKW.
Außerdem besitzt die Feuerwehr Hohenbrunn ein Mehrzweckfahrzeug
und zwei Einsatzleitwägen (ELW). Einige Anhänger für
besondere Einsätze stehen ebenfalls zur Verfügung: Sonderlöschmittelanhänger
Pulver P250 / zehn x CO2-Löscher, Sicherungsanhänger und
Löschwasseranhänger mit 6000 Liter Wasser. Im Juni 2008
hat die Wehr begonnen, rund um die Uhr als First Responder im Gemeindegebiet
bei Notarzteinsätzen Menschen in Not zu helfen.
Seit 2008 ist Benno
Maier Vorsitzender der Feuerwehr Hohenbrunn. Bis dahin hatte Ehrenkreisbrandmeister
Leonhard Sigl sen. 46 Jahre lang diese Position inne und trug maßgeblich
zu dem guten Ruf bei, den die Feuerwehr Hohenbrunn heute genießt.
Die Aufgabe des Kommandanten bekleidet Wilhelm Feldmeier seit 2003.
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