Brand eines Wohnhauses bei Minus 20 Grad Celsius

Datum:
Uhrzeit:
Alarmnummer:
04.02.2012
00:39 Uhr
34/2012

Ausgerückte Fahrzeuge:
10/1, 11/1, 21/1, 40/1, 62/1, 79/1, 81/1

Bericht:
Beim Eintreffen der ersten Kräfte der Feuerwehr Hohenbrunn standen bereits große Teile des Gebäudes in Flammen. Ein versuchter Innenangriff wurde aufgrund der Gefährdung für die eingesetzten Trupps abgebrochen und die Löscharbeiten von außen weiter durchgeführt.

Probleme bereiteten die eisigen Temperaturen: Die Strahlrohre froren während des Betriebs ein, die Zeit zum Strahlrohrwechsel betrug max. 2 min, da sonst die Leitungen an den Kupplungen durchgefroren waren. Die Feuerlöschkreiselpumpen liefen während des gesamten Einsatzes durch, auch die Strahlrohre wurden nie ganz geschlossen, um ein Einfrieren der Leitungen zu verhindern.

Da die Wasserversorgung aus dem öffentlichen Rohrnetz nicht ausreichte, wurde mit großen Tanklöschfahrzeugen und Wechselladerfahrzeugen eine zusätzliche Wasserversorgung aufgebaut und im Pendelbetrieb aufrechterhalten. Die Aufstellungsflächen an der Einsatzstelle und für die zusätzliche Wasserversorgung waren sehr beengt, so dass die einmal positionierten Fahrzeuge auch nicht mehr umgesetzt werden konnten. Der eigens für die Wasserversorgung eingerichtete Abschnitt sorgte für den reibungslosen Ablauf bei der Wasserübergabe der Fahrzeuge.

Das ausgebrachte Löschwasser gefror in Sekundenschnelle und bildete auf den Verkehrswegen und dem Brandobjekt eine stetig wachsende Eisschicht, die am Brandobjekt zum Teil für spektakuläre Eisgebilde sorgte. Auf den öffentlichen Straßen und rund um die Einsatzstelle glich der Boden einer Schlittschuhbahn. Trotz des Einsatzes von reichlich Streusalz sorgte dies immer wieder zu Stürzen der Einsatzkräfte, auch die scharfen Kanten des Eises hatten es in sich, sie sorgten immer wieder für Schlauchplatzer.

Im Gerätehaus wurde ununterbrochen Tee und Kaffee gekocht, um alle eingesetzten Kräfte mit warmen Getränken zu versorgen. Auch die Nachbarn brachten warme Getränken und boten sogar ihre Häuser an, damit sich die Einsatzkräfte aufwärmen konnten. Für die Atemschutzgeräteträger wurde ein Schnelleinsatzzelt zum Ankleiden und zur Bereitstellung aufgebaut.

Die Einsatzleitung fand im Hohenbrunn 11/1 Platz. Hier wurden auch in regelmäßigen Abständen Absprachen der Abschnittsleiter, und Führungskräfte aller anderen Organisationen, an der Einsatzstelle durchgeführt. Abschließend möchten wir uns recht herzlich bei allen eingesetzten Kräften für Ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit, auch unter widrigsten Umständen, bedanken.


Nachfolgend eine Aufstellung der eingesetzten Einsatzkräfte und Gerätschaften aller Organisationen:

Eingesetzte Kräfte
  • FW Hohenbrunn
  • 32
  • FW Putzbrunn
  • 15
  • FFW Haar
  • 28
  • FFW Harthausen
  •  6
  • FFW Unterhaching
  • 15
  • FFW Ottobrunn
  • 17
  • Kreisbrandinspektion
  •  3
  • Polizei mit allen Dienststellen
  • 17
  • Rettungsdienst
  • 15
  • Sonstige Gewerke
    (E.on, Bauhof, Autobahnmeisterei,...)
  • 15


    Eingesetzte Geräte der FFW Hohenbrunn
  • 3 x CAFS-Rohr
  • 4 x C-Rohr
  • 10x Atemschutz
  • 4x Notstromgeneratoren
  • 2x Wärmebildkamera
  • 3x EX-Meßgeräte
  • Jede Menge weiterer diverser Gerätschaften


  • Wir bedanken uns herzlich bei Thomas Gaulke für die zur Verfügung gestellten Einsatzbilder.

    Fotos: